{"id":1214,"date":"2023-11-05T22:20:48","date_gmt":"2023-11-05T22:20:48","guid":{"rendered":"https:\/\/antiziganism.org\/?p=1214"},"modified":"2023-11-05T22:31:29","modified_gmt":"2023-11-05T22:31:29","slug":"tlc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antiziganism.org\/?p=1214","title":{"rendered":"Antiziganismus auf TLC &#8222;Gypsy-Prinz&#8220; und &#8222;My Big Fat Gypsy Wedding&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Die hier beschriebene Situation bezieht sich auf eine kontroverse Pro-Diversity-Werbekampagne, die auf dem Sender TLC ausgestrahlt wurde und das Wort &#8222;Gypsy&#8220; nutzte. Dieses Vorgehen wurde von verschiedenen Seiten kritisiert, da &#8222;Gypsy&#8220; in vielen L\u00e4ndern, einschlie\u00dflich Deutschland, als diskriminierende Bezeichnung f\u00fcr Roma und Sinti betrachtet wird. Die Verwendung dieses Begriffs in einer LGBTQ+-Pro-Diversity-Aktion wurde als untragbar angesehen, da er weiterhin mit Beleidigung, Verachtung und Hass in Verbindung steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kampagne wurde daf\u00fcr kritisiert, dass sie antiziganistische Vorurteile im Rahmen von Positiver Diversity vermittelt, was als falsches Signal angesehen wurde. Die Forderung bestand darin, den Begriff &#8222;Gypsy-Prinzen&#8220; aus der Kampagne zu entfernen und die Ausstrahlung der Sendung &#8222;My Big Fat Gypsy Wedding&#8220; zu beenden, um so ein Zeichen gegen Antiziganismus zu setzen. Alternativ wurde vorgeschlagen, eine Kampagne mit positiver Botschaft wie &#8222;Wir lieben Roma und Sinti&#8220; zu starten.<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Marko D. Knudsen, Vorsitzender des Bildungsvereins der Roma zu Hamburg und Generalsekret\u00e4r von RomaNation.org, versuchte w\u00e4hrend der laufenden Petition bis zum 08.04.2022, mit den Verantwortlichen bei TLC Deutschland \u00fcber die antiziganistische Sendung &#8222;My Big Fat Gypsy Wedding&#8220; ins Gespr\u00e4ch zu kommen, um deren Ausstrahlung dauerhaft zu beenden. Das Ziel war es, eine weltweite Ausstrahlung zu verhindern und weiteren Antiziganismus sowie die Reproduktion tradierte Vorurteile zu stoppen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Problematik in dieser Angelegenheit besteht darin, dass der Begriff &#8222;Gypsy&#8220; abgelehnt wird, da er lediglich die \u00dcbersetzung des Wortes &#8222;Zigeuner&#8220; ist, welches im deutschen Sprachgebrauch nicht mehr toleriert wird. Im deutschen Sprachraum haben B\u00fcrgerrechtsbewegungen der Roma und Sinti jahrzehntelang gegen die Verwendung dieses Begriffs gek\u00e4mpft. W\u00e4hrend des Nationalsozialismus wurde ein Genozid an bis zu 1,5 Millionen Roma durchgef\u00fchrt, bei dem Roma als &#8222;Zigeuner&#8220; kriminalisiert, entmenschlicht und stigmatisiert wurden. Diese Geschichte und Bedeutung des Begriffs &#8222;Zigeuner&#8220; bzw. &#8222;Gypsy&#8220; f\u00fchrt zu dessen Ablehnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurde auch auf den Begriff &#8222;Antiziganismus&#8220; hingewiesen, der die Feindschaft gegen\u00fcber dem Volk der Roma beschreibt, \u00e4hnlich wie &#8222;Antisemitismus&#8220; die Feindschaft gegen\u00fcber dem j\u00fcdischen Volk beschreibt. W\u00e4hrend im deutschen Sprachraum der Begriff &#8222;Antiziganismus&#8220; gebr\u00e4uchlich ist, wird im britischen und amerikanischen Raum eher der Begriff &#8222;Antigypsyism&#8220; verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sendung &#8222;My Big Fat Gypsy Wedding&#8220; wurde sowohl in ihrer britischen als auch in ihrer amerikanischen Version aufgrund von Kontroversen kritisiert. Es wurde bem\u00e4ngelt, dass die Serie Roma und Sinti nicht angemessen darstellte und stereotype Charaktere verwendete, die sich als &#8222;Zigeuner&#8220; ausgaben. Die amerikanische Version der Serie wurde besonders kontrovers diskutiert und kritisiert, da sie als irref\u00fchrend und rassistisch angesehen wurde und rassistische und antiziganistische Stereotypen verst\u00e4rkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Reaktion auf die Kritik wurde die Serie &#8222;My Big Fat Gypsy Wedding&#8220; abgesetzt, und die LGBTQ+-Werbekampagne wurde neu geschnitten, ohne den Begriff &#8222;Gypsy Prinz&#8220; zu verwenden. Zudem wurde auf die Ausstrahlung weiterer Sendungen der Serie verzichtet. Der freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen zu Antiziganismus zufolge wurde der Trailer angepasst und weitere Sendungen von &#8222;My Big Fat Gypsy Wedding&#8220; wurden nicht mehr ausgestrahlt. Dies stellt einen Erfolg dar und zeigt, wie \u00f6ffentlicher Druck und Aktivismus dazu beitragen k\u00f6nnen, antiziganistische Inhalte in den Medien zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/romaedu.org\/?s=tlc\" class=\"broken_link\">Alle Dokumente<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die hier beschriebene Situation bezieht sich auf eine kontroverse Pro-Diversity-Werbekampagne, die auf dem Sender TLC ausgestrahlt wurde und das Wort &#8222;Gypsy&#8220; nutzte. Dieses Vorgehen wurde von verschiedenen Seiten kritisiert, da &#8222;Gypsy&#8220; in vielen L\u00e4ndern, einschlie\u00dflich Deutschland, als diskriminierende Bezeichnung f\u00fcr Roma und Sinti betrachtet wird. 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