Verschleppung der Errichtung des Zentralen Denkmals zum Holocaust and den europäischen Roma und Sinti im Nationalsozialismus in Berlin.

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Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin wurde von 2003 bis 2005 errichtet und eingeweiht. Es ist ein zentrales Mahnmal zur Erinnerung an die sechs Millionen Juden, die während des Holocausts von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Die Errichtung dieses Denkmals war ein bedeutender Schritt in der Aufarbeitung der Geschichte und im Gedenken an die Opfer.

Im Gegensatz dazu wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin erst deutlich später errichtet. Der Bau wurde 2012 vollendet, nach über ein Jahrzehnt des Streites um das Wort Zigeuner auf dem Denkmal. Diese Verzögerung über ein Jahrzehnt zeigt eine signifikante Ungleichbehandlung in der Erinnerungskultur zwischen den verschiedenen Opfergruppen des Nationalsozialismus.

Die Verschleppung der Errichtung des Denkmals für die ermordeten Sinti und Roma kann als Ausdruck eines anhaltenden Antiziganismus interpretiert werden. Diese Verzögerung spiegelt die historische Marginalisierung und Diskriminierung der Sinti und Roma in der Erinnerungskultur wider. Es wird deutlich, dass auch im 21. Jahrhundert noch antiziganistische Tendenzen wirksam sind und die Gleichstellung der Opfergruppen beeinflussen.

Die Entscheidung, kein gemeinsames Denkmal für die ermordeten Juden und Sinti/Roma zu errichten, unterstreicht die fortbestehenden Vorurteile und die mangelnde Anerkennung der spezifischen Leiden und Verfolgungen, denen die Sinti und Roma ausgesetzt waren. Dieses Beispiel verdeutlicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus in der Gedenkkultur und erinnert uns daran, dass die Gleichstellung aller Opfergruppen des Nationalsozialismus weiterhin eine wichtige Aufgabe ist.