Antiziganismus Typ III

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Nachkriegs-Antiziganismus als Kulturkodex

Der nachkriegsbedingte Antiziganismus, in Form des Antiziganismus Typ III, erfüllte die Rolle, die historische Schuld und Verantwortung gegenüber der Roma- und Sinti-Bevölkerung zu verdrängen und nicht öffentlich anzuerkennen. In diesem Kontext wurde das Bild des angeblichen nomadisierenden und heimatlosen „Zigeuners“ kultiviert. Diese Konstruktion diente dazu, die Auseinandersetzung mit den Schuldgefühlen und Verantwortlichkeiten der historischen Verfolgung zu vermeiden und erlaubte die Fortsetzung von Vorurteilen und Diskriminierung. Es entwickelte sich ein kultureller Verhaltenskodex, der es vermied, eine offene Konfrontation mit den historischen Verbrechen zu ermöglichen.

Die Verwendung des Antiziganismus Typ III basiert auf mehreren Elementen, die entscheidend für die Aufrechterhaltung dieser Form des Antiziganismus sind:

  1. Verdrängung der Schuld
  2. Die Bezeichnung „Zigeuner“
  3. Die Anerkennung des Nationalsozialistischen Völkermords
  4. Gegenarbeit und Nicht-Anerkennung als Europäisches Volk
  5. Die Auseinandersetzung mit dem Gesellschaftlichen Antiziganismus

Der Antiziganismus Typ III stellt eine ernsthafte Herausforderung dar, die eine kritische Auseinandersetzung mit den historischen Verbrechen und Vorurteilen gegenüber der Roma- und Sinti-Gemeinschaft erfordert. Es ist von höchster Bedeutung, dass die Gesellschaft und die politischen Institutionen diese Thematik aufgreifen, um Vorurteile zu überwinden und die Anerkennung und Gerechtigkeit für die Roma und Sinti zu fördern.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die akademische Gemeinschaft sowie die Gesellschaft als Ganzes aktiv dazu beitragen, diese historischen Verzerrungen kritisch zu hinterfragen und Vorurteile sowie Diskriminierung gegenüber der Roma- und Sinti-Gemeinschaft zu bekämpfen.

Es ist von großer Bedeutung, diesen Nachkriegs-Antiziganismus als Kulturkodex zu identifizieren und kritisch zu hinterfragen. Die systematische Aufarbeitung und Anerkennung der historischen Verbrechen gegenüber der Roma- und Sinti-Gemeinschaft ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven und gerechten Gesellschaft.